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Wenn der Postmann zweimal
klingelt, muss er weder in der Person von Jack Nicholson
daherkommen noch eine dunkelblau-gelbe Uniform tragen. In
Schermbeck steht dann auch gerne eine Frau vor der Tür,
zivil gekleidet, mit Briefen in der Hand.
Seid 1. Juli hat sich
Monika Kuttig mit ihrem Angebot
"Porto-Brieflogistik" selbstständig gemacht.
Ich hab´ vorher hin und hergerechnet, ob sich das
überhaupt lohnt, ob Aufwand und Gewinn in richtigem
Verhältnis zueinander stehen, gibt die 43-Jährige zu.
In der Theorie hat´s gepasst. Ob sich das Rechenexempel
auch in der Praxis bewährt, muss sich noch rausstellen.
150 bis 200 Briefe
befördert Monika Kuttig momentan mit Unterstützung von
zwei Mitarbeiterinnen. Einige mehr sollten es noch
werden, hofft die Jungunternehmerin. Ihr "Plus"
gegenüber der gelben Post: "Wir holen die Sendungen
direkt beim Kunden ab, frankieren hier im Büro und
stellen innerhalb Schermbeck noch am gleichen Tag
zu."
Nach Dorsten, Herten sowie
nach Marl wird ebenfalls ausgeliefert. Dort arbeitet
Monika Kuttig mit weiteren privaten Zusteller zusammen.
Und günstiger als das
gelbe Postunternehmen ist "Porto-Brieflogistik"
auch: 90 Pfennige statt 1,10 DM kostet ein normaler
Brief, auch bei den anderen Größen und Gewichtsklassen
ist Kuttig preiswerter als die Konkurrenz.
Probleme gab´s anfangs
damit, speziell bei ländlich wohnenden Empfängern die
genaue Adresse ausfindig zu machen. Monika Kuttig:
"Aber ich bin tagelang die einzelnen Straßen
abgereist, habe mir in Außenbezirken auch auf der
Stadtkarte schon die verschiedenen Hausnummern
markiert." Ihr Gemeindeplan ist im Ursprung
mittlerweile kaum mehr erkennbar, überall sind kleine
Fähnchen und Klebezettel sichtbar.
Und die Kunden müssen sich
eigentlich nur beim Namen umgewöhnen: Statt der
"Christel von der Post" kommt jetzt die
"Monika"..........
Susanne Menzel
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